Beratung nach der Operation

Das Beratungsteam leitet, wenn möglich, die Patienten nach und nach zur Selbstpflege des künstlichen Darmausgangs an und führt sie verständnisvoll in die neue Lebenssituation ein.

In angepassten Lernschritten leitet das Beratungsteam die Patienten zur Selbstpflege an. Das Vorgehen richtet sich nach dem Befinden und den Möglichkeiten des Patienten.

Beim ersten Gespräch zeigt das Beratungsteam Verständnis für die gemischten Gefühle wie Trauer und Ablehnung und ermutigt die Patienten darüber auch zu sprechen. Ein wichtiger erster Schritt und oft der „Schlüssel“ zum weiteren Vorgehen ist die erste Berührung. Meist sind die Patienten dann erstaunt, dass sich ihre Vorstellung nicht mit der Erfahrung deckt.

 

  • Im ersten Schritt zeigt die Stomaberaterin, wie das Stomamaterial gewechselt und der künstliche Darmausgang gepflegt wird. Wenn möglich können die Patienten dabei bereits mithelfen.
  • Im zweiten Schritt erklärt die Stomaberaterin, wie die Ausscheidung zu beobachten ist und wie der Beutel selbstständig entleert werden kann. Damit erhalten die Patienten eine gewisse Unabhängigkeit zurück, was in der Regel motivierend wirkt.
  • Im dritten Schritt leitet die Stomaberaterin die Patienten an, den Wechsel des Beutels selbst vorzubereiten und die Pflege des künstlichen Darmausgangs selbst vorzunehmen.
  • Im vierten Schritt führen die Patienten in Anwesenheit der Stomaberaterin die Stomapflege selbstständig durch.

 

In jeder Beratung erhalten die Patienten zusätzliche Anleitungen für folgende Gebiete:

  • Beobachtung der parastomalen Haut (=Umgebungshaut) und der Schleimhaut
  • Ernährung
  • Körperbelastung
  • Körperpflege, Baden, Duschen, Kleidung, Sport und Partnerschaft
  • Bezug des Materials und der Abrechnung mit der Krankenkasse

Ist die Selbstpflege nicht möglich, zieht das Beratungsteam, wenn immer möglich, Angehörige mit ein, die bereit sind, die Pflege stellvertretend einzuüben.

Ambulante Beratung

Beim Spitalaustritt erhalten die Patienten weitere Termine für die Kontrollberatungen. Diese dienen zur Sicherheit und Unterstützung. An den vereinbarten Terminen überprüft die Stomaberaterin das Stoma, die Umgebungshaut und passt das Pflegematerial allenfalls an.

Ebenso wird sie die Patienten in der Bewältigung ihrer neuen Lebenssituation unterstützen und begleiten.

Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige

Eine weitere Möglichkeit, Hilfe und Unterstützung im Alltag zu finden, bietet die Selbsthilfeorganisation ilco. Die regionalen Gruppen sind selbstständige, gemeinnützige Vereinigungen, die Gesprächsgruppen, Informationsveranstaltungen, Ausflüge, Feiern und Wochenendtreffen unter Stomaträgern organisieren.

Ein wichtiges und viel genütztes Angebot ist der Besuchsdienst durch ilco-Mitglieder, die Spitalbesuche machen und durch eigene Erfahrung vielen Menschen Vertrauen und Perspektiven für die Zukunft geben können.


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Tel: +41 (0)31 632 59 00

Die Anmeldung kann über den betreuenden Hausarzt oder durch den Patienten selbst erfolgen.

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